Horrortrip eines Ungeziefers

Schülerinnen und Schüler der Klasse 9a der Hugo-Höfler-Realschule Breisach sehen eine Kafka-Inszenierung im Freiburger Stadttheater

Der Protagonist Gregor Samsa verwandelt sich in Kafkas Erzählung „Die Verwandlung“ in einen Käfer. Allein diese Tatsache bietet Grund genug, sich die Frage zu stellen, wie ein Schriftsteller auf so eine Idee kommen kann. Die Inszenierung mit Gesa Bering, Benedikt Grubel und Maren Wiese versucht, Kafkas Vorstellungen speziell für junge Leute zugänglich zu machen und verhandelt Themen wie Machtlosigkeit, Fremdheit und Alleinsein inmitten der Familie.

Die Schülerinnen und Schüler der Hugo-Höfler-Realschule Breisach hatten sich im Vorfeld mit Handlung und Interpretation des Stückes im Deutschunterricht befasst und waren gespannt, was die Performance-Gruppe zu bieten hatte. Wie würde der verwandelte Gregor dargestellt werden? Überzeugt haben vor allem der Einsatz der modernen Technik, die kreisförmige Gestaltung der Bühne und die teilweise herumfliegenden Requisiten. Den Schauspielern gelang das Hineinschlüpfen in verschiedene Rollen so, dass man es gut nachvollziehen konnte. Interessant waren die akustischen Verzerrungen der Stimmen, die zunächst irritierten, jedoch zweifelsfrei in Verbindung mit dem verwandelten Gregor gebracht werden konnten, der sich seiner Familie gegenüber nicht mehr äußern kann. Nicht zuletzt spiegelten die komischen Kostüme, die in die Zeit zwischen 1910 und 1920 passten, die Entstehungszeit Kafkas Werkes wieder.

Während einige die groteske Idee des Ganzen nach wie vor eher befremdlich fanden, zeigten sich viele Schülerinnen und Schüler beeindruckt von der dargebotenen Theaterkunst.