Ausbildung hat Vorfahrt

Ausbildungsbotschafter zu Besuch in der Hugo-Höfler-Realschule Breisach

Grundschule – Realschule – weiterführende Schule – muss das so laufen? Gewiss nicht immer, wenn man sich anschaut, welch unterschiedliche Ausbildungsberufe es gibt, die man direkt nach der Realschule lernen kann. Genau diese Botschaft war es, die den Neuntklässlern der Hugo-Höfler-Realschule Breisach kürzlich vermittelt wurde. Wer jetzt aber denkt, dass diese Botschaft von den Lehrerinnen und Lehrern kam, liegt falsch. Denn sie waren es nicht, die an diesem Vormittag den Unterricht im Fach Berufsorientierung durchführten. Vorne standen vielmehr Auszubildende aus ganz unterschiedlichen Branchen. Eingeladen worden waren diese von Realschullehrer Oliver Staib, der ein Angebot von Jutta Leonhardt angenommen hatte, das von der Handwerkskammer koordiniert wird und zum Ziel hat, Schülerinnen und Schüler zu verdeutlichen, über welche Wege man von der Schule in eine Ausbildung kommen kann.

Da war zum einen der Elektroniker für Geräte und Systeme, der mit viel Begeisterung erzählte, wie sein Arbeitsalltag aussieht und dies mit vielen Bildern und einem aussagekräftigen Video untermauerte. Nach der Realschule, die er mit sehr guten Noten absolviert hatte, wollte er einfach etwas Anderes machen und etwas mehr Abwechslung haben, erzählte der junge Auszubildende und beantwortete dann sehr kompetent die Fragen der Neuntklässler. Ob es denn auch Mädchen gebe, die in diesem von Männern dominierten Beruf eine Ausbildung beginnen würden, wollte eine Schülerin wissen. „Aber selbstverständlich“, entgegnete der angehende Elektroniker. Es seien zwar noch verhältnismäßig wenig Mädchen, die einen solchen Weg einschlagen würden, ihre Zahl nehme aber zu.

Im Anschluss daran traten zwei Auszubildende vor die Klasse, die den Beruf des KfZ-Mechatronikers erlernen. Sie machten den Jugendlichen klar, wie wichtig es sei, sich in seinem Ausbildungsbetrieb wohlzufühlen. Denn man müsse oft schwierige Fehleranalysen machen und diese unter Zeitdruck durchführen. Da helfe ein gutes Arbeitsklima ungeheuer weiter, sagten die beiden Auszubildenden, die ebenfalls keinen Zweifel daran ließen, dass der Weg in die Ausbildung nach der Realschule genau der richtige für sie gewesen sei.

Diesen Eindruck vermittelten auch eine angehende Bankkauffrau und eine Polizeianwärterin. Die Annahme, man könne mit Realschulabschluss keine Ausbildung als Bankkauffrau beginnen, stimme einfach nicht. „Wenn ein Betrieb sieht, dass man wirklich will und wenn man sich im Bewerbungsverfahren richtig anstrengt, dann kann das sehr wohl klappen“, sagte sie. Denn ein Ausbildungsbetrieb schaut bei einem Bewerber eben nicht nur auf die Noten. Vielmehr komme es den Unternehmen auf die Persönlichkeit an, stellte auch die junge Polizistin fest. Selbstverständlich sei der Weg in eine weiterführende Schule für viele nach der Mittleren Reife genau der richtige, waren sich die Auszubildenden aller Berufsrichtungen einig. Es gebe aber eben auch noch den anderen Weg, nämlich den in eine Ausbildung. Dieser sei oft mindestens genauso gut. Es lohne sich also, sich ausgiebig Gedanken über seine Berufswahl zu machen und eine Ausbildung nach der Mittleren Reife nicht von vornherein auszuschließen, fassten die Auszubildenden ihre Botschaft zusammen.