Trainingsraumkonzept

An unserer Schule wurde ein Programm zur Verminderung von Unterrichtsstörungen eingeführt – das Trainingsraumprogramm. Das erste und wesentlichste Ziel des Programms besteht darin, die lernbereiten Schüler/innen zu schützen und ihnen entspannten, ungestörten und qualitativ guten Unterricht anzubieten. Im Unterricht gelten deshalb folgende drei Regeln:

  • Jeder Schüler hat das Recht ungestört zu lernen.
  • Jeder Lehrer hat das Recht ungestört zu unterrichten.
  • Jeder muss die Rechte der anderen respektieren.

Das zweite Ziel des Programms besteht darin, häufig störenden Schüler/innen Hilfen anzubieten, die darauf ausgerichtet sind, dass sie ihr Sozialverhalten verbessern und die notwendigen sozialen Schlüsselqualifikationen erwerben.

Das Programm verwendet die Maxime des gegenseitigen Respekts und der pädagogischen Idee der maximalen Entfaltung der persönlichen Fähigkeiten. Es wurde von Stefan Balke entwickelt und basiert auf der Wahrnehmungskontrolltheorie von William T. Powers, wonach menschliches Verhalten und Handeln stets auf eigene Ziele gerichtet ist. Die Handlung, nämlich die Unterrichtsstörung, ist sichtbar, das Ziel dahinter nicht. Ziele sind nicht von außen veränderbar, d.h. nur durch eigene Ansicht und Absicht können sie überdacht und neu gesetzt werden.

Im Alltag sind viele Handlungsmotive für Unterrichtsstörungen auszumachen. Die häufigsten Motive sind Langeweile, Kontaktaufnahme, Spannungsabbau, schlechte Angewohnheiten, Lehrer-Feedback, der Wunsch nach Aufmerksamkeit oder die fehlende Bereitschaft sich auf Neues einzulassen.

Hier setzt das Trainingsraumprogramm an. Im Trainingsraum wird mit den Schülern gemeinsam überlegt, was die Motive für die Unterrichtsstörungen waren und wie das eigene Verhalten in Zukunft so verändert werden kann, dass sie ohne zu stören am Unterricht teilnehmen können.