Bilingualer Zug

Ab dem Schuljahr 2014/2015 bietet die Hugo-Höfler-Realschule einen bilingualen Zug in der Zielsprache Englisch an. Hierdurch wollen wir interessierten Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit geben, ihre fremdsprachlichen Fertigkeiten und Fähigkeiten im besonderen Umfang weiterzuentwickeln.

Was ist bilingualer Unterricht?

Es handelt sich dabei um Unterricht, bei dem in jedem Schuljahr zwei Sachfächer (z.B. EWG, Geschichte, Musik usw.) in der Fremdsprache Englisch unterrichtet werden. Die Bezeichnung „bilingualer Unterricht“ erweist sich hier als irreführend, da es sich bei dieser Unterrichtsform nicht um zweisprachigen Unterricht, sondern um fremdsprachlich erteilten Sachfachunterricht handelt. Obwohl im Unterricht die Fremdsprache verwendet wird, stehen weder Grammatik noch Übersetzung im Vordergrund, sondern die Inhalte des Sachfachs. Das heißt, dass z.B. das Fach Geschichte von der Lehrkraft auf Englisch unterrichtet wird und auch die Schüler über weite Strecken des Unterrichts Englisch benutzen, um sich über sachfachliche Inhalte auszutauschen.

Im Gegensatz zum traditionellen Fremdsprachenunterricht, in welchem Englisch Inhalt und Medium ist, wird im bilingualen Unterricht die englische Sprache nur benutzt, um die Inhalte eines Fachs zu vermitteln. Infolgedessen ist Englisch im bilingualen Unterricht nicht der eigentliche Lerngegenstand, sondern Mittel der Kommunikation, was dem authentischen Sprachgebrauch näher kommt. Durch fremdsprachlich erteilten Fachunterricht  nehmen die Schüler viel von der Sprache auf und erfahren einen Zuwachs ihrer Fremdsprachenkompetenz. Bilinguales Lernen zielt demzufolge darauf ab den Lernenden mehrere und bessere Möglichkeiten zu bieten, sich in der Fremdsprache auszudrücken.

Wie organisieren wir bilinguale Klassen?

Die Schülerinnen und Schüler entscheiden sich bei der Anmeldungen in die fünfte Klasse, ob sie einer bilingualen Klasse zugeordnet werden wollen. Die bilinguale Klasse hat dann in der fünften Klasse verstärkten Englischunterricht (zwei zusätzliche Stunden) und zusätzlich mindestens zwei Stunden Sachfachunterricht, z.B. in EWG und Musik, in englischer Sprache.

Zunächst gilt es jedoch einen Grundwortschatz zu erlernen, da die meisten Schülerinnen und Schüler in der Grundschule noch kein Englisch hatten. Nach und nach wird dann in immer weiteren Teilen des Sachfachunterrichts Englisch als Unterrichtssprache angewendet.

Welche Vorteile hat mein Kind durch den bilingualen Unterricht?

Die Beherrschung der englischen Sprache wird angesichts des zusammenwachsenden Europas und der stärker werdenden internationalen Verflechtung immer wichtiger. Bei der Ausübung sehr vieler Berufe spielt Englisch inzwischen eine große Rolle, sei es, um mit internationalen Geschäftspartnern zu kommunizieren, sei es, um auf dem neuesten Stand berufsrelevanter Entwicklungen zu bleiben.

Der bilinguale Unterricht an Schulen bietet die Möglichkeit, die Englischkenntnisse der Schüler zu erweitern, ohne gleichzeitig den Stundenumfang des Faches Englisch zu erhöhen. Insbesondere die Förderung der Fertigkeiten Hörverstehen, Leseverstehen und Sprechen kommt im bilingualen Unterricht zum Tragen.

Somit ergeben sich auch folgende Vorteile: 

  • Die Sach- und inhaltsorientierte Verwendung der Fremdsprache
  • Die Entwicklung einer fachbezogenen Sprachkompetenz
  • Die Förderung der mündlichen Kommunikations- und Ausdrucksfähigkeit
(ausgezeichnete Vorbereitung auf die EuroKom-Prüfung in Klasse 10)
  • Die Entwicklung von Selbstvertrauen im Umgang mit der Fremdsprache
  • Den authentische Gebrauch der Fremdsprache - losgelöst vom traditionellen „Lehrwerksunterricht“ 

Erfährt mein Kind Nachteile durch bilingualen Unterricht?

Im Sachfach werden die gleichen Inhalte erarbeitet wie im deutschsprachigen Unterricht. Durch kleinschrittiges Vorgehen, sehr anschauliche Unterrichtsmedien und Materialien sowie besonders handlungsorientiert geprägten Unterricht haben die Schüler, die in der Fremdsprache Schwächen haben, keine Nachteile. Natürlich setzt der bilinguale Unterricht eine gewisse Ausdauerfähigkeit und einen hohen Lernwillen von den Schülern voraus, da er schlichtweg anstrengender und anspruchsvoller für die Schüler ist.

Bei der Beurteilung der Schülerleistungen werden nur die Leistungen im Sachfach beurteilt. Eine fehlerhafte Aussprache oder fehlerhafte sprachliche Äußerungen etwa spielen keine Rolle. Bei Sachverhalten, die für die Vermittlung in englischer Sprache zu schwierig sind, dürfen Lernende und Lehrer auch vorübergehend die Muttersprache im Unterricht verwenden.

Die größte Sorge der Schülerinnen und Schüler zu Beginn des bilingualen Unterrichts sind stets die Klassenarbeiten. Um zu gewährleisten, dass jeder seine Kenntnisse einbringen kann, wird freigestellt, ob auf Englisch oder auf Deutsch geantwortet wird. Außerdem werden zu Beginn der Arbeit die Fragen durchgegangen und gegebenenfalls übersetzt, damit jedem die Fragestellung klar ist. Es werden in der schriftlichen Leistungsmessung auch keine sprachlichen Fehler bewertet, lediglich sachfachspezifische Fachbegriffe müssen gelernt sein.